Wo ist die Sommer-ZaPF 2009?
Am südlichsten Zipfel Niedersachsens (51° 33' nördlicher Breite und 9° 56' östlicher Länge) ist unsere traditionsreiche Universitätsstadt Göttingen auf etwa 150 Meter über NN gelegen.
Mit ihren etwa 120 000 Einwohnern erstreckt sie sich auf einer Fläche von circa 118 Quadratkilometern und bildet damit die fünftgrößte Stadt im Bundesland.
Den Älteren unter Euch ist sie vielleicht noch unter dem Namen "Gutingi" (Urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 953) bekannt, die Stadtgründung erfolge Ende des 11. Jahrhunderts.
Die Stadt selbst kann auf viele berühmte Persönlichkeiten zurückblicken, die über kurze oder auch längere Zeit hier verweilten. So gehörte auch Bismark zu den prominenten Studenten. Auf Grund schlechten Benehmens wurde er jedoch aus den Stadtmauern verbannt und bezog ein kleines Häuschen auf dem Wall.
Von besonderem Interesse für uns Physiker sind vor allem die bedeutenden Wissenschaftler, die jeweils für mehrere Jahre ihres Lebens Göttingen ihren Heimatort nannten. Darunter finden sich zum Beispiel Carl Friedrich Gauß, Max Born und James Franck, aber auch 1837 wurde die Aufmerksamkeit des Königreiches Hannover und ganz Deutschlands auf Göttingen gelenkt durch die berühmten "Göttinger Sieben" (dem Staatsrechtler Wilhelm E. Albrecht, dem Historiker Friedrich C. Dahlmann, dem Orientalisten Heinrich Ewald, den Germanisten Jacob und Wilhelm Grimm, dem Literaturhistoriker Georg G. Gervinus und dem Physiker Wilhelm E. Weber), welche gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover protestierten. Einige von ihnen wurden daraufhin des Landes verwiesen. Wie in vielen weiteren Städten Deutschlands ist in Göttingen ein Platz nach diesen Herren benannt. An ihm liegt das Zentralgebäude der Universität.
Die Georg-August-Universität, welche von Georg II. August von England gegründet wurde, nahm 1734 den Lehrbetrieb auf, worauf im Jahre 1737 die feierliche Einweihung stattfand.
Eine weitere Erwähnung fand durch Heinrich Heine in seiner "Harzreise" statt, er sprach von der "Stadt Göttingen, berühmt für Ihre Wurst und Universität". Wie bereits erwähnt wurde am Anfang des neuen Jahrtausends das neue Gebäude der physikalischen Fakultät erbaut und eingeweiht. Mit ihren fünf Hörsälen bietet sie den Studenten mit den momentan gemischten Abschlusszielen Diplom (bis 2010) und B.Sc. sowie später M.Sc. genug Platz zum Lernen und Arbeiten. Die Bereichsbibliothek Physik befindet sich dazu praktischerweise direkt im Gebäude und mehrere Rechnerräume stehen den Studenten zur freien Verfügung.
Insgeheimes geheimes Wahrzeichen der Stadt ist das Gänseliesel, ein Brunnen vor dem alten Rathaus mit einer Gänsehüterin darauf. Sie darf sich zurecht das meistgeküsste Mädchen Göttingens nennen, da jeder frischgebackene Doktor Göttingens ihr eine Kuss gibt und einen Blumenstrauß überreicht.
Weiter lobt Heine: "Die Stadt selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht." Nun, ob er recht behält könnt Ihr selber feststellen, vorausgesetzt ihr kommt zuvor einfach mal vorbei.